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Wer sorgt dafür, dass alles läuft?

  • Autorenbild: Viktoria Breuß
    Viktoria Breuß
  • 27. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Neulich, mitten in unserer Fassadenrenovierung, standen wir wieder einmal vor der Frage, wen wir noch brauchen, damit alles fertig wird. Ein Anruf hier, ein Rückruf dort – und plötzlich merkt man, wie schwer es geworden ist, gute Handwerker zu finden. Gleichzeitig steht man auf der Baustelle, schaut zu und sieht, mit wie viel Können, Erfahrung und Einsatz gearbeitet wird. Und genau in solchen Momenten kommt mir immer wieder der gleiche Gedanke: Wer sorgt eigentlich dafür, dass unser Alltag überhaupt funktioniert?

Denn vieles erscheint uns selbstverständlich. Dass Wasser aus der Leitung kommt, dass das Licht funktioniert, dass das Auto fährt, dass morgens frisches Brot auf dem Tisch liegt. Dahinter stehen Menschen, die genau das jeden Tag möglich machen – mit ihren Händen, mit ihrem Wissen und mit viel Verantwortung. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass genau diese Berufe ein bisschen aus dem Blick geraten. Immer mehr junge Menschen gehen in weiterführende Schulen oder studieren, während gleichzeitig weniger den Weg in eine Lehre einschlagen. Auch bei uns in Vorarlberg sieht man diese Entwicklung: Die Zahl der Lehrlinge ist in den letzten Jahren zurückgegangen und liegt aktuell bei rund 6.300, mit weiter sinkender Tendenz . Gleichzeitig entscheiden sich mittlerweile nur noch rund 40 % der Jugendlichen für eine Lehre .

Dabei sind genau diese Berufe die Grundlage für so vieles. Handwerk kann man nicht einfach auslagern oder durch Technik ersetzen. Es braucht Menschen, die anpacken, die mitdenken, die Lösungen finden. Und es sind Berufe, bei denen man am Ende des Tages sieht, was man geschafft hat. Etwas Echtes, etwas Greifbares. Eine Lehre ist deshalb für mich kein „Plan B“, sondern ein Weg mit unglaublich viel Wert. Gerade in einem Familienbetrieb spürt man das besonders – man ist Teil von etwas, wächst hinein, lernt voneinander und trägt gemeinsam etwas weiter.

Vielleicht dürfen wir uns das wieder öfter bewusst machen. Dass nicht nur das zählt, was möglichst groß oder akademisch klingt, sondern auch das, was unser tägliches Leben überhaupt möglich macht. Denn am Ende sind es genau diese Menschen, die dafür sorgen, dass alles läuft – oft ganz selbstverständlich, ohne große Aufmerksamkeit. Und vielleicht ist es genau an der Zeit, ihnen wieder ein bisschen mehr davon zu geben.

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