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Was hängen bleibt

  • Autorenbild: Viktoria Breuß
    Viktoria Breuß
  • vor 16 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Warum das Gute oft leiser ist

Neulich stand ich bei uns im Laden und habe mich mit einer Kundin unterhalten. Irgendwann meinte sie ganz nebenbei: "Ihr habt doch am Nachmittag eh immer zu"  Ich musste kurz innehalten... „Nein“, habe ich gesagt, „ganz im Gegenteil.“

Als wir vor 3 Jahren unsere Öffnungszeiten reduziert haben, war das eine bewusste Entscheidung.Um gesundheitlich und wirtschaftlich langfristig gut weiterarbeiten zu können. Nicht, um aufzuhören – sondern um weiterzumachen. Trotzdem hat sich das Gerücht verbreitet, dass "der Breuß zu macht". Ich bin extra von Wien zurück nach Hause gekommen, um in den Betrieb einzusteigen, ihn weiterzuführen und irgendwann zu übernehmen. Nicht um zu schließen. Seit 2 Jahren haben wir auch wieder an drei Nachmittagen geöffnet und sind auch am Donnerstag bis 14 Uhr für euch da.

Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass sich die Nachricht vom „Schließen“ viel schneller verbreitet hat – und bis heute nachwirkt. Die positive Nachricht, dass wir wieder längere Öffnungszeiten haben, scheint dagegen noch nicht überall angekommen zu sein.

Das hat mich nachdenklich gemacht.


Warum nehmen wir negative Dinge oft schneller wahr als positive?

Warum bleiben genau diese Informationen stärker hängen?

Wenn man Menschen fragt: „Wie geht’s euch?“ und man ehrlich antwortet: „Uns geht’s ausgezeichnet, wir können uns nicht beschweren“,dann kommt oft ein überraschter Blick zurück. Als wäre es ungewöhnlich, dass es einfach gut läuft. Dabei – wenn man ganz ehrlich ist – geht es uns doch eigentlich sehr gut. Wir leben hier in einer Gegend, in der es uns an nichts fehlt. Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und Menschen um uns herum. Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Natürlich gibt es Herausforderungen. Aber vielleicht dürfen wir uns trotzdem ab und zu bewusst machen, wie viel Gutes da ist. Ein bisschen mehr hinschauen. Ein bisschen mehr wahrnehmen. Und vielleicht auch öfter darüber sprechen. Genau das möchte ich mit meinen Sonntagsgedanken ein bisschen tun. Das Positive teilen. Die kleinen, schönen Dinge sichtbar machen. Und daran erinnern, dass es manchmal gar nicht so viel braucht.

Eine Tasse Kaffee.Ein Stück Kuchen.Ein ruhiger Moment auf der Sonnenterrasse.

Und das Gefühl, dass es eigentlich gerade ganz gut ist.

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