top of page

Brot. So alt. So einfach. Und doch nie stehen geblieben.

  • Autorenbild: Viktoria Breuß
    Viktoria Breuß
  • vor 16 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Neulich saß ich bei uns am Hochtisch, hab Mittag gegessen und – wie so oft – gedankenverloren ins Brotregal und in die Vitrine geschaut. Währenddessen erklärte unser Chef einem Kunden die Geschichte des Dinkels. Dass es ihn schon im Mittelalter gab, dass Hildegard von Bingen ihn schon beschrieben hat – und dass er heute wieder „modern“ ist.Und genau in dem Moment kam mir dieser Gedanke:Wie kann etwas so Einfaches, so Altes wie Brot – Wasser, Getreide, Hefe oder Sauerteig – bis heute ein fester Bestandteil unserer Grundernährung sein?

Brot als Konstante durch die Jahrhunderte

Brot war nie Luxus. Es war Alltag. Überlebensmittel. Energiequelle.Früher gab es nicht hunderte Sorten. Es gab wenige Grundbrote – dafür mehrere Ausführungen davon: etwas dunkler, etwas heller, gröber, feiner. Gebacken mit dem, was gerade da war. Das Handwerk war klar, fast selbstverständlich. Niemand hat Zutatenlisten studiert oder über Fermentationszeiten diskutiert. Brot war Brot.

Und trotzdem: Auch damals steckte schon enorm viel Wissen darin. Erfahrung, Gefühl, Beobachtung. Nur hat man es nicht so genannt.

Heute: Vielfalt, die fast zu viel ist

Heute stehen wir manchmal selbst vor unserem Sortiment und denken: Wow.So viele Getreidesorten. So viele Mischungen. Roggen, Weizen, Dinkel, Emmer, Einkorn. Dazu Kartoffeln, Kümmel, Topfen, Saaten, Flocken. Sauerteige in unterschiedlichsten Führungen. Lange, kurze, kalte Gärungen.Früher: ein Brot, viele Laibe.Heute: viele Brote – und jedes für sich ein kleines Universum.

So sehr sogar, dass es manchmal eine echte Herausforderung ist, alles in gleichbleibender Qualität zu produzieren. Denn je vielfältiger das Sortiment, desto komplexer wird das Handwerk.

Das Handwerk ist gleich geblieben – und doch ein anderes

Auf den ersten Blick hat sich wenig verändert:Mehl, Wasser, Zeit, Hitze. Hände, die Teig formen. Öfen, die Brot backen.

Und doch ist heute alles vielschichtiger.Die Bedingungen sind anspruchsvoller. Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Mehlqualitäten – alles schwankt. Gleichzeitig wird alles genauer geprüft, dokumentiert, hinterfragt. Transparenz ist wichtig geworden. Rückverfolgbarkeit. Bewusstsein für Rohstoffe. Verantwortung.

Was früher einfach „so gemacht wurde“, muss heute erklärt werden können. Und das ist gut so. Denn es zeigt, wie wertvoll echtes Brot ist – und wie viel Arbeit darin steckt.

Tradition trifft Moderne

Brot ist eines der wenigen Lebensmittel, das es geschafft hat, gleichzeitig uralt und hochaktuell zu sein.Es ist Teil unserer Kultur, unserer Geschichte – und trotzdem offen für Neues. Für kreative Rezepte, neue Getreide, moderne Ernährungsgewohnheiten. Ohne dabei seinen Kern zu verlieren.

Vielleicht ist genau das das Faszinierende: Brot erfindet sich ständig neu, ohne sich selbst zu verraten.

Warum wir das tun

Seit 90 Jahren wird dieses Handwerk bei Bäckerei Breuß gelebt. Und während ich am Hochtisch sitze, ins Regal schaue und den Duft von frischem Brot in der Nase habe, wird mir klar, warum.

Wir stehen jeden Morgen auf, kneten, backen, verkaufen und beraten, weil wir an dieses einfache, ehrliche Lebensmittel glauben. Und weil wir dieses Handwerk nicht nur bewahren, sondern auch in Zukunft weiterführen wollen.

Kommentare


bottom of page